WIDERRUF

 

Seit dem 13.06.2014 ist es auch für Immobilienmakler nach dem Fernabsatzgesetz und dem damit  verbundenen Paragraphen 355 des Bürgerlichen Gesetzbuches Pflicht den
Verbraucher über sein Widerrufsrecht zu belehren. Dies geschieht in der Regel über den Maklervertrag.

Bei der Vermittlung von Immobilien war bisher vielen Interessenten nicht bewusst, dass es sich um einen Vertrag zwischen ihnen und dem Makler handelt, wenn sie sich von ihm
 ein Exposé aushändigen und die Immobilie zeigen lassen. In der Tat entsteht ein Maklerauftrag ebenso wie jegliche andere Verträge durch die Abgabe zweier Willenserklärungen. In dem Fall von Immobilien, sieht der Interessent eine Anzeige auf einem der diversen Immobilienportale und kontaktiert daraufhin den Anbieter, den Immobilienmakler (= Willenserklärung des Interessenten). Dieser beantwortet die Anfrage, in dem er Unterlagen, wie das Exposé oder direkt einen Terminvorschlag zur Besichtigung zurückschickt (= Willenserklärung des Maklers). Durch die Antwort entsteht eine Bestätigung für das Vertragsangebot des Interessenten. Der Maklerauftrag beginnt an dieser Stelle und ist sowohl belehrungspflichtig als auch widerrufbar.

Die Widerrufsbelehrung muss vom Makler bei Vertragsbeginn oder unmittelbar danach schriftlich an den Interessenten gehen. Erst dann beginnt die 14-tägige Widerrufsfrist. Erfolgt die Belehrung zu einem späteren Zeitpunkt beginnt die Frist ab dem Zeitpunkt. Belehrt der Makler überhaupt nicht, verlängert sich die Frist automatisch und besteht 12 Monate und 14 Tage nach Vertragsbeginn.

Die Folge eines wirksamen Widerrufs durch den Interessenten ist das Entfallen des Provisionsanspruchs des Maklers. Da in der Regel die Leistung des Maklers nicht erst nach Ablauf der Widerrufsfrist beginnt, kann ein zusätzlicher Passus in der Belehrung auftauchen. Hierbei geht es um eine sofortige Ausführung der Dienstleistung und das damit einhergehende Erlöschen des
 Widerrufsrechtes. Der Interessent muss dieser ausdrücklich einwilligen und die Kenntnis über das vorzeitige Erlöschen seines Widerrufsrechtes bestätigen. Wird die Leistung in der Zeit der Frist vollständig erbracht – z.B. die erfolgreiche Vermittlung eines Hauses – hat der Makler im Falle eines Widerrufes einen Anspruch auf Schadensersatz, welcher der Höhe der ursprünglichen Provision entsprechen kann.

Entsprechend dieser eingetretenen Neuerungen, werden Interessenten bei Anfragen eines Exposés oder Besichtigungstermins zukünftig auch mit dem Widerrufsrecht konfrontiert.

 

 

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